Dein Valheim-Server beendet sich direkt nach dem Start, obwohl der Befehl auf den ersten Blick korrekt aussieht? Häufig steckt kein Installationsfehler dahinter, sondern das Passwort: Es muss mindestens fünf Zeichen lang sein und darf nicht als Teilstring im Servernamen vorkommen. Genau solche Stolperstellen entscheiden oft darüber, ob der Dedicated Server sofort läuft oder schon beim ersten Start hängen bleibt.

Valheim Server – Low-Poly-Wikingerdorf mit Langhaus, Drachenboot und verschneiten Bergen im Abendlicht

Voraussetzungen und passende Hardware

Valheim ist auf der Serverseite genügsam und für maximal etwa zehn Spieler vorgesehen. Für eine kleine bis mittlere Welt mit bis zu fünf Spielern reichen 2 bis 4 GB RAM. Bei einer größeren Welt mit bis zu zehn Spielern sind 4 bis 8 GB RAM die passendere Größenordnung. Dazu kommen eine solide CPU und eine SSD.

Der Dedicated Server ist eine eigene Anwendung und nicht mit dem Valheim-Client gleichzusetzen. Er braucht keine Grafikkarte und läuft ohne Bildschirm. Deshalb wird er mit -nographics -batchmode gestartet. Die höheren Anforderungen des Clients, darunter eine Grafikkarte und 8 GB RAM oder mehr, gelten nicht automatisch für den Server.

Auch beim Download gibt es einen Unterschied: Der Valheim Dedicated Server besitzt eine eigene App-ID und kann über SteamCMD mit +login anonymous geladen werden. Für den Betrieb ist also kein Steam-Konto nötig, das Valheim besitzt. Ein gekauftes Spiel wird erst zum Mitspielen benötigt.

Wenn der Server im Heimnetz laufen soll, braucht er ohne Crossplay eine öffentliche IPv4. Bei DS-Lite oder CGNAT lässt sich eine normale Portweiterleitung häufig nicht einrichten. In diesem Fall ist Crossplay über das PlayFab-Backend die passende Variante. Wer den Server stattdessen direkt bei einem Hoster betreiben möchte, findet unter Valheim Server mieten passende Angebote.

Valheim Server unter Windows installieren

Für Windows wird SteamCMD von Valve benötigt. Entpacke SteamCMD nach C:\steamcmd und starte steamcmd.exe einmal. Danach lädst du den Dedicated Server mit diesem Befehl:

steamcmd.exe +login anonymous +app_update 896660 validate +quit

Die App-ID 896660 gehört zum Valheim Dedicated Server. Die Client-App-ID ist eine andere. 896666 existiert nicht und führt daher nicht zum gewünschten Serverpaket.

Lege im Serververzeichnis eine Datei namens start.bat an. Ein vollständiger Startbefehl sieht so aus:

valheim_server.exe -nographics -batchmode -name "Mein Server" -port 2456 -world "MeineWelt" -password "geheim123" -public 1

Beim ersten Start erzeugt Valheim die angegebene Welt. Name, Weltname und Passwort lassen sich direkt über die Startparameter setzen.

Valheim Server unter Linux installieren

Unter Debian oder Ubuntu legst du zuerst einen eigenen Benutzer für den Server an und installierst SteamCMD:

sudo adduser --disabled-password --gecos "" valheim
sudo dpkg --add-architecture i386
sudo apt update && sudo apt install -y steamcmd

Danach wechselst du zum Benutzer valheim und installierst die Serverdateien nach /home/valheim/vhserver:

sudo -iu valheim
steamcmd +login anonymous +force_install_dir /home/valheim/vhserver +app_update 896660 validate +quit

Für einen Server, der nach einem Neustart des Systems wieder automatisch startet, eignet sich systemd. Lege dafür /etc/systemd/system/valheim.service mit folgendem Inhalt an:

[Unit]
Description=Valheim Dedicated Server
After=network-online.target
Wants=network-online.target

[Service]
Type=simple
User=valheim
WorkingDirectory=/home/valheim/vhserver
ExecStart=/home/valheim/vhserver/valheim_server.x86_64 -nographics -batchmode -name "Mein Server" -port 2456 -world "MeineWelt" -password "geheim123" -public 1
Environment=LD_LIBRARY_PATH=/home/valheim/vhserver/linux64
Restart=on-failure
RestartSec=10

[Install]
WantedBy=multi-user.target

Lade anschließend die systemd-Konfiguration neu, aktiviere den Dienst und öffne bei Bedarf das Live-Log:

sudo systemctl daemon-reload
sudo systemctl enable --now valheim
sudo journalctl -u valheim -f

Damit läuft der Valheim-Prozess unter einem eigenen Benutzer und wird bei einem Fehler nach zehn Sekunden neu gestartet. Der Aufbau einer solchen Unit ist bei jedem Dedicated Server derselbe; ausführlicher aufgeschlüsselt ist er im Abschnitt zum Dauerbetrieb unter Minecraft Server erstellen.

Welt, Passwort und Crossplay festlegen

Der Parameter -world "Name" bestimmt, welche Welt der Server lädt. Existiert diese Welt beim ersten Start noch nicht, wird sie unter diesem Namen erzeugt.

Beim Passwort gelten zwei feste Regeln: Es muss mindestens fünf Zeichen lang sein und darf nicht als Teilstring im Wert von -name vorkommen. Ein Server mit dem Namen Mein geheim123 Server und dem Passwort geheim123 würde deshalb nicht starten. Diese Passwortregel ist eine der häufigsten Ursachen für einen Startfehler.

Mit -public 1 erscheint der Server in der öffentlichen Serverliste. -public 0 blendet ihn dort aus.

Crossplay wird mit -crossplay aktiviert. Die Verbindung läuft dann über das PlayFab-Backend, und Spieler treten mit einem Join-Code bei. Eine Portweiterleitung ist in diesem Modus nicht nötig. Das macht Crossplay auch für Anschlüsse mit DS-Lite oder CGNAT interessant, bei denen eingehende IPv4-Verbindungen nicht normal an den Server weitergeleitet werden können.

Tipp
Bei DS-Lite oder CGNAT ist -crossplay der direkte Ausweg, wenn keine öffentliche IPv4 für eine klassische Portweiterleitung vorhanden ist.

Schwierigkeit und Regeln mit World Modifiers ändern

Seit dem Ashlands-Update besitzt Valheim ein offizielles System für Weltregeln. Viele Anpassungen, für die früher Mods eingesetzt wurden, lassen sich damit direkt beim Erstellen der Welt setzen.

-preset lädt ein komplettes Regelpaket. Mit -modifier wird ein einzelner Regler verändert. -setkey aktiviert einzelne Zusatzregeln.

Ein Beispiel mit mehreren Modifikatoren:

-modifier Combat hard -modifier DeathPenalty casual -modifier Resources more

Für die einzelnen Regler sind diese Werte vorgesehen:

  • Combatveryeasy, easy, hard, veryhard
  • DeathPenaltycasual, veryeasy, easy, hard, hardcore
  • Resourcesmuchless, less, more, muchmore, most
  • Raidsnone, muchless, less, more, muchmore
  • Portalscasual, hard, veryhard

Ohne Angabe verwendet Valheim den Standardwert des normalen Spiels. Für eine entspanntere Welt kann zum Beispiel -modifier DeathPenalty casual -modifier Resources more verwendet werden. Eine deutlich härtere Welt ergibt sich mit -modifier Combat veryhard -modifier DeathPenalty hardcore -modifier Raids more.

Wichtig
World Modifiers werden bei der Welterstellung festgelegt. Für eine bereits bestehende Welt lassen sie sich in der Regel nicht nachträglich ändern. Wenn die Regeln falsch gesetzt wurden, wird eine neue Welt benötigt.

Beim Regler Portals gibt es ein weiteres Missverständnis. Er legt nur fest, was Spieler durch Portale transportieren dürfen, etwa ob Erze mitgenommen werden können. Keiner der Werte deaktiviert Portale vollständig. Wer ohne Portale spielen möchte, braucht dafür einen eigenen Schalter über -setkey.

Ports und Firewall freigeben

Ohne Crossplay verwendet Valheim zwei fortlaufende UDP-Ports. Der mit -port gesetzte Port 2456 ist der Spiel-Port. 2457 wird automatisch als -port plus eins für die Steam-Serverabfrage genutzt.

ZweckProtokoll und Port
Spiel-PortUDP 2456
Steam-ServerabfrageUDP 2457

Eine reine TCP-Freigabe reicht nicht aus.

Unter Windows kann die eingehende Firewallregel in einer PowerShell mit Administratorrechten angelegt werden:

New-NetFirewallRule -DisplayName "Valheim 2456-2457 UDP" -Direction Inbound -Protocol UDP -LocalPort 2456-2457 -Action Allow

Unter Linux mit UFW lautet die Freigabe:

sudo ufw allow 2456:2457/udp

Läuft der Server im Heimnetz, müssen die beiden UDP-Ports zusätzlich im Router an den Server weitergeleitet werden. Mit aktiviertem -crossplay entfällt diese Portfreigabe komplett.

Mit dem Valheim-Server verbinden

Ohne Crossplay lässt sich der Server in Steam über Ansicht → Server → Favoriten mit IP:2456 hinzufügen. Im Spiel erscheint er anschließend unter Beitreten → Favoriten.

Ist Crossplay aktiv, erfolgt der Beitritt direkt im Spiel über Join → Crossplay. Dort wird der Join-Code eingegeben. Das Server-Passwort wird in beiden Varianten benötigt.

Admins, Whitelist und Banns verwalten

Valheim verwendet für die Zugriffsverwaltung drei Textdateien im Save-Verzeichnis. In jede Datei kommt pro Zeile eine SteamID64.

  • adminlist.txt enthält die Administratoren.
  • permittedlist.txt arbeitet als Whitelist. Nur eingetragene Spieler dürfen beitreten.
  • bannedlist.txt enthält gesperrte Spieler.

Nach einer Änderung an diesen Dateien muss der Server neu gestartet werden. Eingetragene Administratoren können zusätzlich über die F5-Konsole moderieren.

Mods mit BepInEx installieren

BepInEx ist der Mod-Loader für Valheim. Mods werden im Serververzeichnis über BepInEx eingebunden und kommen in den Ordner plugins. Eine übliche Bezugsquelle ist Thunderstore.

Bei server-relevanten Mods müssen Server und Client dieselben Mods in derselben Version verwenden. Stimmen die Versionen nicht überein, kommt es beim Beitreten zu Fehlern oder Verbindungsabbrüchen. Nach einem Valheim-Update sollte zuerst BepInEx aktualisiert werden, danach folgen die installierten Mods.

Viele ältere Anleitungen empfehlen Valheim Plus oder uMod. Für aktuelle Server ist das keine gute Standardempfehlung mehr. Das originale Valheim Plus wird seit Dezember 2022 nicht mehr gepflegt und wurde im März 2026 auf Nexus Mods als veraltet ausgeblendet. Ein Community-Fork existiert zwar, wird auf 1.0-Servern aber zunehmend gemieden.

Der Grund liegt in der tiefen Veränderung des Spielcodes. Auf aktuellen Servern ist Valheim Plus dadurch eine häufige Ursache für Instabilität. Gleichzeitig decken die offiziellen World Modifiers inzwischen einen großen Teil der früheren Einsatzzwecke ab.

uMod ist für Valheim ebenfalls keine passende Basis für einen Produktivserver. Es stehen nur Entwicklungsversionen zur Verfügung, die ausdrücklich als instabil gekennzeichnet sind. Sinnvoller ist es, zuerst zu prüfen, ob die gewünschte Änderung über World Modifiers möglich ist. Falls nicht, ist eine gepflegte Einzelmod über BepInEx die bessere Wahl.

Backups erstellen und eine Welt umziehen

Eine Valheim-Welt besteht aus zwei Dateien mit demselben Namen. WeltName.db enthält die eigentliche Welt, WeltName.fwl die dazugehörigen Metadaten. Beide Dateien gehören zusammen und müssen gemeinsam gesichert werden.

Unter Windows liegen lokale Welten hier:

%USERPROFILE%\AppData\LocalLow\IronGate\Valheim\worlds_local\

Unter Linux lautet der Standardpfad:

~/.config/unity3d/IronGate/Valheim/worlds_local/

Für ein sauberes Backup wird der Server vorher gestoppt. Beim Umzug kopierst du sowohl die .db- als auch die .fwl-Datei in das worlds_local-Verzeichnis des neuen Servers und startest anschließend mit demselben -world-Namen. Wird nur eine der beiden Dateien übertragen, fehlt die Welt oder wird nicht korrekt erkannt.

Mit -savedir "PFAD" kann das Speicherverzeichnis frei festgelegt werden. Das ist nützlich, wenn Weltdaten getrennt von den eigentlichen Serverdateien liegen sollen.

Valheim Dedicated Server aktualisieren

Updates werden erneut über SteamCMD eingespielt:

steamcmd +login anonymous +app_update 896660 validate +quit

Vor jedem Update sollten WeltName.db und WeltName.fwl gemeinsam gesichert werden. Unter Linux wird der systemd-Dienst nach dem Update mit diesem Befehl neu gestartet:

sudo systemctl restart valheim

Fehlerbehebung

ProblemUrsache oder Lösung
Server startet nichtDas Passwort ist kürzer als fünf Zeichen oder kommt als Teilstring im Servernamen vor.
Server nicht in der ServerlisteUDP 2456 und 2457 sind blockiert oder der Server läuft mit -public 0.
Verbindung scheitertIP oder Port sind falsch, die Router-Weiterleitung fehlt oder der Anschluss nutzt DS-Lite beziehungsweise CGNAT. In letzterem Fall Crossplay verwenden.
Crossplay-Code funktioniert nicht-crossplay fehlt oder der Server ist noch nicht vollständig gestartet.
Fehler beim Beitreten mit ModsServer und Client verwenden nicht dieselben server-relevanten Mods in derselben Version.
Welt fehlt nach dem UmzugEs wurde nur eine Weltdatei kopiert. .db und .fwl müssen gemeinsam übertragen werden.
World Modifiers greifen nichtSie werden bei der Welterstellung gesetzt und lassen sich für eine bestehende Welt in der Regel nicht nachträglich ändern.
Portale sind trotz Portals-Regler nutzbarDer Regler steuert nur, was durch Portale transportiert werden darf. Das vollständige Abschalten erfolgt über einen eigenen Schalter.
Mods laufen nichtBepInEx fehlt oder ist nach einem Valheim-Update veraltet.
Valheim Plus verursacht AbstürzeDas Original wird nicht mehr gepflegt. World Modifiers oder gepflegte Einzelmods über BepInEx sind die passendere Alternative.

Häufige Fragen zum Valheim-Server

Wie viel RAM braucht ein Valheim-Server? Für eine kleine bis mittlere Welt mit bis zu fünf Spielern reichen 2 bis 4 GB RAM. Bei einer größeren Welt mit bis zu zehn Spielern sind 4 bis 8 GB RAM vorgesehen. Eine SSD und eine solide CPU gehören ebenfalls zur sinnvollen Grundausstattung.

Welche Ports braucht ein Valheim-Server? Standardmäßig werden UDP 2456 und UDP 2457 genutzt. 2456 ist der über -port gesetzte Spiel-Port, 2457 wird automatisch als nächster Port für die Steam-Serverabfrage verwendet. Eine reine TCP-Freigabe funktioniert dafür nicht.

Wie funktioniert Crossplay bei Valheim? Crossplay wird mit -crossplay aktiviert und nutzt das PlayFab-Backend. Spieler treten per Join-Code bei, ohne dass eine Portweiterleitung eingerichtet werden muss. Das ist vor allem bei DS-Lite oder CGNAT hilfreich.

Warum startet mein Valheim-Server nicht? Prüfe zuerst das mit -password gesetzte Passwort. Es muss mindestens fünf Zeichen lang sein und darf nicht als Teilstring im Servernamen vorkommen. Ein Verstoß gegen eine dieser Regeln verhindert den Start.

Wo liegen die Welt- und Speicherdateien? Unter Windows liegen lokale Welten in %USERPROFILE%\AppData\LocalLow\IronGate\Valheim\worlds_local\, unter Linux in ~/.config/unity3d/IronGate/Valheim/worlds_local/. Eine Welt besteht immer aus einer .db- und einer .fwl-Datei mit demselben Namen. Mit -savedir "PFAD" kann ein anderes Speicherverzeichnis verwendet werden.

Wie installiere ich Mods auf einem Valheim-Server? Dafür wird BepInEx im Serververzeichnis installiert. Die Mods selbst kommen in den Ordner plugins, häufig stammen sie von Thunderstore. Bei server-relevanten Mods müssen Server und Client dieselben Versionen einsetzen.

Wie stelle ich die Schwierigkeit ein? Die offiziellen World Modifiers werden beim Erstellen der Welt über -modifier, -preset und bei einzelnen Zusatzregeln über -setkey gesetzt. Beispielsweise erhöht -modifier Combat veryhard die Kampfschwierigkeit. Für eine bestehende Welt lassen sich diese Einstellungen in der Regel nicht nachträglich ändern.

Brauche ich Valheim Plus noch? Für die meisten neuen Server sollte Valheim Plus nicht mehr die erste Wahl sein. Das Original wird seit Dezember 2022 nicht gepflegt und wurde im März 2026 auf Nexus Mods als veraltet ausgeblendet. Viele frühere Anpassungen lassen sich inzwischen mit World Modifiers umsetzen, für andere Zwecke sind gepflegte Einzelmods über BepInEx die passendere Lösung.

Brauche ich ein Steam-Konto mit Valheim für den Dedicated Server? Nein. Die Serverdateien werden mit SteamCMD über +login anonymous und die App-ID 896660 geladen. Ein Steam-Konto mit gekauftem Valheim wird erst benötigt, wenn du selbst mitspielen möchtest.